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Wenn im Winter Blumen blühen

Wenn im Winter Blumen blühen

Im Winter blüht auch im Schlosspark Dennenlohe nur wenig, das aber um so schöner: Beim Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) erscheinen oft schon zu Weihnachten goldgelbe Blüten an den nackten, grünlichen Rutenzweigen. Ursprünglich stammt dieser kleine Strauch aus China – jetzt erklimmt er den Eisenzaun des Schlosshofs in bis zu drei Metern in die Höhe.

Der Duft- oder Winterschneeball (Viburnum x bodnantense.) blüht zum Jahresanfang und je länger die Blüte voranschreitet, desto heller wird die Farbe. Bei der Zaubernuss haben wir zwei Arten im Garten: die Japanische Zaubernuss (Hamamelis japonica) mit rotbraunen Blüten und die gelb blühende Chinesische Zaubernuss (Hamamelis mollis). Neben den interessanten, spinnenförmigen Blütenblättern reizt die Zaubernuss auch mit einem starken Duft. Sie wächst zwar langsam, entwickelt mit der Zeit jedoch einen ganz ordentlichen Platzbedarf - bis zu fünf Meter kann sie groß werden! Da sie sich im Alter ungern versetzen lässt, sollte der genaue Standort - des Duftes wegen unbedingt in Wegnähe - gut überlegt sein.

Besonders begeistert mich die Christrose (Helleborus niger) mit allen ihren Arten und Hybriden - seitdem meine Frau ihre Liebe für diese Pflanze entdeckt hat, verschönt uns ihre Sammlung mit über 50 Sorten die Zeit zwischen Weihnachten und Frühjahr und bleibt noch bis lange nach Ostern gemeinsam mit den Narzissen im Landschaftspark. Allerdings ist die Christrose, auch „Schneerose" oder „Schwarzer Nieswurz" genannt, giftig und all meine Tiere machen einen großen Bogen um sie. Früher wurden sie auch in Arzneien verarbeitet. Mein Sohn – gerade bei der Bundeswehr – konnte letztens beim Frühstück beisteuern, dass man mit den Blättern und Wurzeln der Christrose ganze Flüsse vergiftet hat, um die Kriegsgegner lahm zu legen. Gott sei Dank stellt man die Blumen heute lieber in die Vase….

Eigentlich sind die Christrosenblüten gar keine Blüten, sondern Hochblätter des Stiels, sogenannte Petalen. Deshalb bestehen sie auch so lange und büßen zwar etwas an Farbe, nichts aber von ihrer Form ein und scheinen deshalb ewig zu blühen. Bei der Samenernte ist übrigens Vorsicht geboten – am besten nur mit Handschuhen arbeiten, denn schnell bekommt man Brandblasen, wenn die Saat noch nicht ganz reif ist, versehentlich gequetscht wird und der Saft auf die Finger gerät. Helfen würden hier dann Ringelblumen, die aber wachsen erst im Sommer …

Während die Christrose eher klein bleibt, haben wir Hybriden aus England mitgebracht, die gut und gerne 60 cm Höhe erreichen. Auch dank des vielen Pferdemists, den ich ab November auf den Beeten verteile! Am liebsten wächst diese Pflanze am leicht feuchten Gehölzrand oder an halbsonnigen Stellen. Auch die ideale Pflanzzeit kommt mir entgegen – von Spätherbst bis zum späten Frühjahr – also wenn sonst wenig gepflanzt wird. Helleborus ist übrigens nichts für ungeduldige Zeitgenossen – von der Keimung bis zur ersten Blüte dauert es drei Jahre – dafür gibt es dann aber 20 Jahr lang alljährlich Blüten.

Durch Zucht und Zufall gibt es mittlerweile eine Unzahl an farbigen Christrosen, eine schöner und interessanter als die andere. Gefüllte, gezackte, helle, schwarze, gesprenkelte, pastellfarbene, kräftig rote, lemonengrüne – eine unglaubliche Vielfalt, die süchtig machen kann.

 

Baron Robert von Süsskind
VIKING Garten-Experte

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