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Richtig kompostieren

Richtig kompostieren

Unter Kompostierung wird der biologische Prozess des Nährstoffkreislaufes verstanden, bei dem die zerkleinerten organischen Abfälle durch Mikroorganismen (vor allem Bakterien, Pilze und Strahlenpilze, später auch Regenwürmer, Asseln, Nematoden, Springschwänze und viele weitere Tierchen) abgebaut, Nährstoffe freigesetzt und teilweise Humus gebildet wird.

Jeder Hobbygärtner kann Kompostierung betreiben, muss dafür etwas Zeit investieren und einige Fakten beachten: Zunächst sollte im Garten ein möglichst schattiger Kompostplatz gefunden werden, der so groß zu wählen ist, dass das wichtige „Umsetzen" leicht möglich ist, denn nur dann werden die Mikroorganismen mit ausreichend Sauerstoff versorgt, sodass der Ab- und Umbau zügig vonstatten gehen kann. Wichtig ist weiters die Aufrechterhaltung der richtigen Feuchtigkeit (nicht trocken, aber auch nicht nass! Um die 60 % Wassergehalt im Kompostiergut sind optimal). Während der Kompostierung treten zeitweise durch die Aktivität der Mikroorganismen Temperaturen von bis zu etwa 70 Grad auf.

Im Handel werden zahlreiche „Kompostierer" angeboten, die vor allem für den kleinen Garten interessant sind. Sie sollten aus Holz oder Kunststoff bestehen, nicht aus Metall (Korrosion). Zwei- oder Mehrkammersystemen sind der Vorzug zu geben: im ersten Behälter sammelt man alle Abfälle und setzt daraus im zweiten den Komposthaufen auf indem man die gröberen Abfälle (z.B. Strauchschnitt) mit Rasenschnittgut, feuchten nährstoffreichen Gemüseresten und trockenem Material (z.B. Laub) und/oder nährstoffarmen Holzhäcksel mischt bzw. in dünnen Schichten locker übereinander lagert (nicht verdichten, denn bei Sauerstoffmangel verfault das Material, zersetzt sich nur langsam und unvollständig und produziert üblen Geruch). Nach etwa drei Monaten wird der halb verrottete Kompost in die nächste Kammer umgesetzt, wo er dann fertig reifen kann.
„Kompostbeschleuniger" sind meist entbehrlich: mischt man dem frisch aufgesetzten Kompost ein paar Schaufeln eines reifen Kompostes zu, erfüllt das die Funktion einer „Starterkultur" genauso gut. Auch der Zusatz einer Mischung aus 1 kg Zucker und ca. 100 g Hefe aufgelöst in etwa 10 Liter lauwarmem Wasser ist vorteilhaft.

Die meisten Bestandteile sind nach insgesamt etwa 1 Jahr gut zersetzt, der entstandene dunkle Kompost riecht typisch nach Boden. Allenfalls nicht ganz verrottete Teile werden ausgesiebt, nötigenfalls nochmals gehäckselt und zum Kompostbeginn dazu gemischt.

Was darf und soll in den Kompost (gut zerkleinert) kommen: Rasen-, Stauden- und Strauchschnitt, Laub, Gemüsereste und Schnittblumen, Kaffeesatz samt Filter, Teebeutel , Eierkartons, Eierschalen, Kleintierstreu, Zeitungspapier, Küchenpapier, Papiertaschentücher, Holzasche; Unkräuter nur solange sie keine Samen gebildet haben, Quecke z.B. erst dann wenn sie vollständig ausgetrocknet ist; Zitrus- und Bananenschalen verrotten eher langsam, zumal sie meist chemisch behandelt sind, in geringen Mengen stellen sie jedoch kein Problem dar.

Was darf NICHT in den Kompost kommen: Fette und Öle, Speisereste tierischen Ursprungs wie Fleisch, Käse, Knochen sowie Backwaren weil dadurch ungebetene Gäste wie Ratten, Füchse oder auch Waschbären angelockt werden und eher unangenehmer Geruch auftreten kann. Staubsaugerbeutel, Zeitschriften, Steine, Leder, Kunststoff und Verbundstoffe wie beschichtete Kartons von Fruchtsäften oder Milch sowie Metall und behandeltes Holz sind ebenfalls zum Kompostieren ungeeignet.

In den halbfertigen Komposthaufen können bereits Pflanzen wie Gurken, Melonen, Zierkürbisse, Zucchini etc. gepflanzt werden, die hier hervorragend gedeihen und an denen sich der Feuchtezustand im Kompost direkt ablesen lässt.

Wie gut die Kompostierung gelingt hängt auch von den Umweltbedingungen (Regen- und Trockenperioden, Schatten...) und vor allem der richtigen Kompostpflege ab. Der auf diese Weise meist innerhalb eines Jahres hergestellte Kompost eignet sich sehr gut zur Verbesserung des Bodens im eigenen Garten und hat einen beachtlichen Düngewert, insbesondere im Gemüsegarten und in Hochbeeten.

VIKING Garten-Experte
Prof. Karl E. Schönthaler

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